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Hello Dolly – Premiere im Opernhaus Magdeburg

Am Samstagabend feierte in Magdeburg ein Musicalklassiker, man möchte fast Urgestein dazu sagen, seine Premiere im Opernhaus Magdeburg.

Hello DollyText: Oliver Scheer   Fotos: Andreas Lander

Magdeburg| „Hello Dolly“ erzählt die Geschichte der Heiratsvermittlerin Dolly Levi, die den Auftrag hat, den reichen Geizhals Horace Vandergelder aus der Kleinstadt Yonkers an die Frau zu bringen. Eigentlich ein leichter Auftrag für die intelligente und aufgeweckte Witwe, wäre sie nicht dummerweise selber an einer Heirat mit dem ruppigen Sonderling interessiert.

Leider hat sie ihm zu dem Zeitpunkt bereits eine Verabredung mit Irene Molloy, der Besitzerin eines Hutgeschäftes, verschafft. Wäre das nicht schon genug, suchen Cornelius Hackl und Barnaby Tucker, die zwei Angestellten von Vandergelder, zum gleichen Zeitpunkt nach der großen Liebe, ohne dass der Chef davon erfahren darf. Am Ende verschlägt es alle Beteiligten an einem Abend nach New York und dort zuerst in eine große Parade und anschließend in das vornehme Lokal Harmonia Gardens und die amüsante Katastrophe nimmt ihren Lauf.

Eine Story wie aus einem Hollywoodklassiker braucht Darsteller, die ein Gefühl von Glamour, Eleganz aber auch Witz und Raffinesse zum Zuschauer transportieren können. Schließlich haben schon Größen wie Barbara Streisand und Walter Matthau den Figuren Leben eingehaucht. In Magdeburg engagierte man zu diesem Zweck die Schauspielerin April Hailer für die Rolle der Dolly Levi und diese Künstlerin spielt sie mit Bravour.

In jeder Sekunde, die sie auf der Bühne zu sehen ist, dominiert sie das Geschehen und zieht die Blicke des Publikums auf sich. Wenn sie im glitzernden roten Abendkleid die Treppe des Harmonia Gardens hinab schreitet, fühlt man sich in einen Hollywoodfilm aus den 50er Jahren hineinversetzt und lässt sich völlig in den Bann ihrer Darbietung ziehen. Auch gesanglich beherrscht sie das Geschehen und oftmals überkommt den Zuschauer das Gefühl, dass gegen Haiders Stimme der Chor nur noch ein klägliches und viel zu leises Nebengeräusch ist, das man kaum verstehen kann.

Hello DollyHorace Vandergelder, gespielt von Markus Liske mag das Publikum dagegen nicht so recht überzeugen. Man betrachtet seine Darstellung des millionenschweren Eigenbrötlers und denkt sich, dass er noch knurriger sein könnte, viel ruppiger und garstiger. Da wäre doch noch Platz nach oben in der Darstellung des Mannes, wobei er gesanglich neben April Hailer durchaus überzeugen kann, würde er sich nur nicht von seinem weiblichen Gegenpart Haider an die Wand spielen lassen.

Die Ehre der Männer rettet an dem Abend der Schauspieler Michael Ernst in der Rolle des Cornelius Hackl. Mit großartigem Gesang, Tanzeinlagen und viel Witz spielt er sich trotz Nebenrolle immer wieder in den Vordergrund und stiehlt so manch Anderem die Schau.

Aber auch wenn an dem Abend neben April Haider und Michael Ernst einige der Darsteller etwas blasser aussahen, macht es ein großes Vergnügen der Darstellerriege unter Regie von Leonard Prinsloo und der musikalischen Leitung von Pawel Poplawski zuzusehen. Zumal die Inszenierung neben vielfach bereits erwähntem Hollywoodflair der alten Schule auch wunderbare Ideen für junges Publikum bereithält. Beispielsweise wenn während der Parade der 14. Straße plötzlich Captain America, der Hulk, Batman und einige andere Superhelden ihren kleinen Auftritt auf der großen Bühne des Opernhauses haben.

So lässt sich als Fazit sagen, dass „Hello Dolly“ wunderbare Unterhaltung im Stile Hollywoods bietet und auch kleinere Schwächen der schönen Inszenierung gerne verziehen werden, aufgrund einer überragenden Hauptdarstellerin, vielen charmanten Charakteren, wunderschöner Musik und aufwendigen Kostümen



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2 Kommentare

  1. Vanessa sagt:

    Hey,

    schöner Text, aber Dolly Levi wird von April HaiLer gespielt so als kleiner Hinweis am Rande 😉

    liebe Grüße

  2. Oliver sagt:

    Verdammt. Nachdem ich den Text abgeschickt hatte, durch die Stadt lief und in ein Brötchen biss, durchzuckte mich ebenfalls der Gedanke, dass ich da einen kleinen Schreibfehler eingebaut hatte. Peinlich peinlich….^^

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