Roter Teppich für Shanzo

Junge deutsche Regisseure machen fast ohne Budget großes Kino – allein dank des technischen Fortschritts und des kreativen Potenzials. So auch der Essener Nachwuchsregisseur Markus Pajtler, der mit seinem Neo-Noir-Urban-City-Western „Shanzo“ seine neueste künstlerische Vision verwirklichen möchte.

Shanzo Trailer-DrehText: Andreas Lilienthal | Fotos: framerausch, Bastian Schneider

Urgesteine wie Lothar Lambert oder Klaus Lemke haben schon in den 70er-Jahren Filme fast ohne Budget gedreht, aber sie hatten lange nicht die Möglichkeiten, die junge Regisseure haben. Heute ist es möglich, erstklassige Kinobilder mit einem digitalen Fotoapparat für 2.000 Euro zu schießen. Geschnitten wird am Heimrechner, und statt ins Kopierwerk zu gehen und dann einen Verleih zu finden, werfen die Guerillafilmer ihre Werke mit dem Beamer an irgendeine Wand. Während Verleiher und Produzenten ums Überleben kämpfen, drehen sie einen Film nach dem anderen. Die Produktion von hochwertigen Filmen ist nicht mehr denen vorbehalten, die millionenschwere Finanziers im Rücken haben.

Mit Britt Launspach ist auch eine ehemalige Magdeburgerin an Bord des ambitionierten Filmprojekts. Vor gerade einmal zwei Jahren war sie noch Studentin der OVGU Magdeburg, bevor sie in die Medienstadt Düsseldorf zog. Nun ist sie Mitproduzentin eines hoffnungsvollen Kinoprojekts.

Für eine Independent-Produktion ist der Cast wahrlich beeindruckend. Neben Murat Seven wirken u.a. die Hollywood-Schauspieler David Gant (Braveheart) und Udo Kier (Armageddon) sowie Julia Dietze (Iron Sky) mit. Doch neben gestandenen Hollywoodgrößen kann der Film auch mit seiner facettenreichen Story punkten. Shanzo erzählt drei eng miteinander verflochtene Geschichten dreier ungewöhnlicher Menschen: Shanzo, einem Fremden, der in einer Großstadt ankommt und bei einem in einem Kino residierenden Cineasten anheuert, Marcio Plata, einem gescheiterten Fußball-Star, der nach einem von ihm verschuldeten Autounfall im Rollstuhl sitzt, und Elisa Day, einer jungen, phantasievollen, selbstbestimmten Frau, die ihre Erfüllung in der Unterstützung anderer findet.

Laut Pajtler bebildert Shanzo den männlichen Antihelden, der sich schlussendlich für das Gute und Erstrebenswerte entscheiden. Moderne Vorbilder in einer Zeit, die zu oft von schnellem Ruhm und fehlgeleiteten Idealen bestimmt wird.

Wenn Ihr mehr über das Filmprojekt erfahren wollt, dann schaut einfach auf die Internetseite von Shanzo oder blättert in unserem letzten Print-Magazin.


 


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