Weisse Hölle – Weisser Rausch – Rezension

„Arnold Fanck ragt als großer Pionier des Bergfilms heraus. Nicht nur lernten bei ihm Luis Trenker und Leni Riefenstahl, auch begannen unter seiner Regie eine Reihe wichtiger Kameraleute, deren Tätigkeit bis in die fünfziger Jahre hinein ihre Spuren in der deutschen Kinematographie hinterlassen hat“, sagte einst der Kinoexperte und Professor der Harvard University Eric Rentschler einst über Arnold Fanck.

AS VerlagText: Andreas Lilienthal | Foto: AS Verlag

„Ich telegrafiere nach Paris!“
„Ja, schnell!“
„Ich bin gleich wieder zurück!“
„Ja schnell!“

Mit diesen Worten gipfelte die Erstbesteigung des legendären Matterhorns. Bis heute gilt dieser Moment als ein Höhepunkt im deutschen Bergfilm. Ein Genre, dass sich in den letzten Jahren wieder emporgehoben hat. Doch unvergessen sind die Kinomomente in der 20er-, 30er- und 40er-Jahre. Nahmen wie Luis Trenker, Leni Riefenstahl oder Harald Reinl sind heute noch große Namen und unzertrennlich mit dem Erfolg des deutschen Bergfilms verbunden.

Die Geschichten von furchtlosen Gipfelstürmern vor atemberaubenden Kulissen und einer schwindelerregenden Dynamik, wie sie für die Filmbranche der damaligen Zeit einzigartig war. Seit jeher fasziniert uns, und mich als aktiven Bergsteiger persönlich, die großen Abenteuer- und Philosophie-Landschaften der Alpen. Der Berg kann das schönste Erlebnis oder der dramatischste Ort sein, an dem sich Wirklichkeit und Transzendenz, sportlicher Anspruch und Leid sowie Geschichte und Leidenschaft begegnen.

Arnold FanckIn den zwanziger Jahren begann sich das Kino technisch und ästhetisch zu befreien. Erstmals wurde das Kinostudio verlassen und die Bühne in die freie Natur. Doch die bereits genannten Leinwandstars hätten diesen Erfolg nicht ohne Arnold Fanck, dem Pionier des deutschen Bergfilmes, feiern können. Doch im Gegensatz zu seinen einstigen Schülern war Fanck lange Zeit aus den Gedächtnissen der Cineasten verschwunden. Dabei machte er aus der Befreiung des deutschen Bergfilms nicht nur ein ästhetisches Ereignis, sondern legte zugleich den Grundstein für eine ganz besondere Mythologie. Getreu dem Motto: DER BERG RUFT!

Er war einer der wenigen Regisseure, die für sich in Anspruch nehmen können, ein komplett neues Filmgenre geschaffen zu haben. Klangvolle Filme wie das Drama DIE WEIßE HÖLLE VOM PIZ PALÜ aus dem Jahre 1929 oder die Ski-Komödie DER WEIßE RAUSCH aus dem Jahre 1931 avisierten zu internationalen Kassenschlagern.

Sein Enkel, der Grafiker, Autor und Journalist Matthias Fanck setzte mit dem vorliegenden Buch Arnold Fanck. Weisse Hölle – weisser Rausch. Bergfilme und Bergbilder 1909 – 1939, welches bereits 2009 im AS Verlag erschienen ist, dem vergessenen Großvater ein großartiges, dokumentarisches Denkmal. Der Bildband im Format 24 x 30 cm enthält zahlreiche Fotografien aus dem Nachlass seines berühmten Großvaters. Viele dieser Bilder wurden das erste Mal abgedruckt.

Luis TrenkerDas Buch liefert eine biografische Skizze des Regisseurs sowie kurze, historisch informative Anmerkungen zu den 13 Hauptwerken von DAS WUNDER DES SCHNEESCHUHS (1920) bis zu EIN ROBINSON (1938-1940). Der letztgenannte Film wurde auf Druck der Nationalsozialisten sehr propagandistisch aufgezogen und war zugleich sein letztes großes Projekt, von dem er sich jedoch Jahre später entschieden distanzierte.

In mühevoller Kleinarbeit entstand ein detaillierter Bildband mit einer enormen Informationsflut über das Leben und die Werke Arnold Fancks, sowie Informationen zu seinen wichtigsten Kameraleuten und der damals verwendeten Technik. Aber vor allem finden sich in dem Bildband vor allem beeindruckende und atemberaubende Bilder, die jedes Bergsteigerherz höherschlagen lassen.

Besonders gefreut hat mich zusätzlich die liebevolle Verarbeitung des Buches. Der AS-Verlag ist seit vielen Jahren dafür bekannt, hochwertige Bücher zu produzieren, die an die jeweiligen Genres angepasst sind. Kein Wunder also, dass bei diesem Bildband insbesondere auf die Auswahl und Qualität des Papieres sowie des Drucks Wert gelegt wurde.

Autor: Matthias Fanck
Arnold Fanck – Weisse Hölle – Weisser Rausch, Bergfilme und Bergbilder
160 Seiten, 169 Abb. Duoton
Format 24 x 30 cm
Hardcover mit Schutzumschlag
ISBN 978-3-909111-66-4
EUR 49.90 / CHF 58.00

:: Mehr Infos – Arnold Fanck – Weisse Hölle – Weisser Rausch, Bergfilme und Bergbilder
 


 

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Weisse Hölle - Weisser Rausch – Rezension
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Arnold Fanck ist der Pionier des deutschen Bergfilms ★ Der Bildband Weisse Hölle - weisser Rausch rezensiert★ DEIN KULTURMAGAZIN
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Youngspeech Magazin

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2 Responses

  1. Svenni sagt:

    Aber Arnold Fanck hatte sich doch auch von den Nazis instrumentalisieren lassen. Sollte man dann so einem Mann noch ein Buch widmen?

  1. 30. November 2016

    […] die Webseite Kaffeebitte.de kann man entscheiden, wie und wann man einen der köstlichen Kaffees erhalten möchte. Es gibt […]

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