Michael Seibold - Trading EU GmbH

Ich wollte etwas schaffen – eine Gründer erzählt

Michael Seibold – Geschäftsführer der Trading EU GmbH im Interview

Ich Büchern versteckt sich natürlich auch für Gründer kolossales Wissen. Nicht allein deshalb gibt es vor allem in sog. Unternehmer- oder Start-Up-Magazinen immer wieder empfohlene Bücherlisten für Unternehmen oder Gründerstorys von erfolgreichen Unternehmern. Doch wie soll man aus dem Pool aus Vorschlägen die richtige Lektüre für sein Business Case oder Vorhaben allgemein wählen? Wohl dem, der weiß, wo er dieses Wissen finden kann!

Text: Andreas Lilienthal | Fotos: Trading EU GmbH/ Fotografie-Frei

In unserer neuen Serie “Bücher & Unternehmer” wollen wir nicht nur einen Blick auf lesenswerte Gründer- bzw. Unternehmer-Literatur werfen, sondern auch die Leser und letztendlich Gründer näher kennenlernen, die mittels aus dieser Literatur ihre Lehren oder Visionen ziehen. In den kommenden Monaten werden wir einige Gründerstorys erzählen und vorstellen.

Wir fangen mit einem Gründer an, der vieles anders gemacht hat, als die Start-Up-Welt im Allgemeinen vorgibt. Er hatte weder ein geprüftes Business Case, noch eine konkrete Idee, sondern er hat einfach etwas ausprobiert, um sich selbst zu helfen. Wir haben den Erdinger Gründer Michael Seibold getroffen, um herauszufinden, wie er vom Golfballfinder zum erfolgreichen Unternehmer mutiert ist und was ihm auf seinem Weg geholfen hat.

Hallo Michael, bitte stell dich und dein Unternehmen kurz vor!
Ich heiße Michael Seibold, bin 29 Jahre und komme aus der Region Erding. Mittlerweile bin ich Inhaber der Trading EU GmbH, welche ich selbst gegründet habe. Unser größter Onlinekanal Hubtechnik24.de vertreibt Flurförder- und Hebegeräte rein über den E-Commerce. Wir beliefern mit unseren Produkten Kunden in ganz Europa und manchmal sogar in aller Welt.

Wie kam es zu dem Entschluss, eine eigene Marke für Flurfördergeräte zu gründen? Dies klingt erst einmal nicht wirklich spannend.
Schon als Kind hatte ich den Drang irgendwie mein eigenes Geld zu verdienen. Ich kann zwar nicht sagen, dass ich da schon den Unternehmer werden wollte, aber zumindest wollte ich etwas Eigenes aufbauen, womit ich etwas eigenständiger agieren kann. Zuerst, so ungefähr im Alter von 12 Jahren, habe ich angefangen, versunkene Golfbälle aus dem See des angrenzenden Golfplatzes zu fischen. Diese habe ich dann wieder an die Golfer verkauft und somit mein erstes eigenes Geld verdient.
Kurz darauf kam ich das erste Mal mit Onlinehandel in Berührung als ich einem Freund meiner Eltern bei seinem Versandhandel bei Ebay zu helfen. Es waren ganz banale Dinge, wie Produkte einstellen, Texte zu schreiben, die Auktionen vorzubereiten und letztendlich die Ware zu verschicken.
Das hat mir Spaß gemacht und ich habe gesehen, dass man damit durchaus Geld verdienen konnte. Vor allem hat mir gefallen, dass man Dinge ausprobieren konnte und viel Platz für eigene Ideen war.

Die erste eigene Idee …

War das der Startschuss für die eigene Idee?
In gewisser Weise schon. Mit 15 habe ich mein erstes eigenes Geschäft gegründet. Ich wollte auch verkaufen und handeln, etwas schaffen. Natürlich mussten meine Eltern mich am Anfang unterstützen, aber sie haben mir größtenteils freie Hand gelassen. Das war dann quasi der Startschuss für Trading EU. Aber da habe ich noch keine Hubwagen oder ähnliches verkauft. Ich habe vieles probiert und weiß Gott hat nicht immer alles funktioniert. Aber ich habe meine ersten Produkte online verkauft und das war ein großartiges Gefühl. Die Leute brauchten anscheinend etwas, was ich im Angebot hatte. Und diese ersten Verkäufe haben mich regelrecht beflügelt.

Wie bist du dann zum Verkauf von Hubwagen gekommen?
Aufgrund eines eigenen defekten Hubwagens und den dafür viel zu hohen Preis in Verbindung mit zu wenig guten Angeboten hat mich dazu veranlasst tiefer in den Markt zu sehen. Dabei stellte sich heraus, dass wir uns mit dem richtigen Konzept (Customer First + B2B Produkte) einen Platz auf dem Markt für Handhubwagen & Co erarbeiten können. Ich hatte zwar keinerlei Berührungspunkte mit dem Markt, aber ich dachte mir, andere können es doch auch, vielleicht kann ich ja sogar einige Punkte optimieren. Und dann bin ich in die Spur gegangen und habe mir Wissen über Produkte, Kunden und Mitbewerbern angeeignet. Ich bin immer sehr darauf erpicht, viel Input aufzunehmen, egal ob durch eigene Erfahrungen oder Erfahrungen anderer.

Euer Unternehmen sitzt in Erding – nicht gerade das deutsche Mekka für Gründer. Wie sieht die Startup-Szene in Erding aus und was gefällt euch an dem Standort?
Wir sitzen in Unterstrogn nahe Erding. Ich kann nicht wirklich sagen, dass die Entscheidung eine bewusste, rationale Business-Entscheidung war. Aber auf den zweiten Blick überzeugt die Region vor allem verkehrstechnisch. Die Region Erding ist gut durch Straßen, Bahn und den Flughafen München angebunden.
Auch bürokratisch hat man hier relativ kurze Wege, zudem besteht ein modernes, erst kürzlich eröffnetes, Glasfasernetz. Außerdem zerren wir hier viel von der bayerischen Gelassenheit. 

Bitte vervollständige den Satz: „Das schönste daran, ein Gründer zu sein ist …“
… seinen Weg selbst bestimmen zu können.

Die perfekte Literatur für Gründer …

Du sagtest du bist jemand, der auch gern von Erfahrungen anderer lernt. Kannst du uns verraten, welche Bücher dich im Werdegang als Unternehmer am meisten geprägt haben? 
Ich habe natürlich viele Bücher und Artikel gelesen, es wäre an dieser Stelle schier endlos, alle Bücher oder Artikel zu erwähnen, aus denen ich meine Learnings gezogen habe. Aber hier kurz die wichtigsten für mich:

Wie siehst du Dich als Chef? Gelingt es Dir ein “guter” Arbeitgeber zu sein? Hast du Dich da belesen oder gibt es eventuell Vorbilder in diesem Bereich für Dich?
Es gibt sicherlich auf ein paar gute Bücher zu dem Thema, doch im Prinzip ist man hier mit dem Learning by Doing-Prinzip sicherlich am besten beraten. Als Geschäftsführer wächst man automatisch in diese Rolle hinein. Ich halte relativ wenig davon, mir Artikel durchzulesen, in denen irgendwelche Leute mir sagen diese und jene 10 Punkte muss ich beachten, um ein guter Chef zu sein. Es gehört ganz viel Verständnis und Empathie zum Chef sein dazu. Nur, wenn es meinen Angestellten richtig gut geht, bringen sie auch Leistung. Am meisten freue ich mich immer, wenn jemand nur einen kleinen Impuls benötigt, um sich dann mit großem Eifer mit einer neuen Thematik auseinanderzusetzen. Dann weiß ich, dass ich als Chef alles richtig gemacht habe.

Wie sieht aktuell eure Arbeitswoche aus?
Im Gegensatz zu vielen Gründern habe ich keinen festen Tagesablauf. Jeder neue Tag ist anders. Ich freue mich täglich auf Herausforderungen, bei denen es keine Langeweile und auch nicht sowas wie Alltag gibt. Meine Tage hangeln sich entlang von Besprechungen und Meetings.              

Gründer sollten aus Ihren Fehlern lernen …

Welche Tipps würdest du Gründern und Jungunternehmern mit auf den Weg geben?
Da fallen mir einige Tipps ein: Gründer sollten aus Fehlern lernen, sich Netzwerke aufbauen, erfahrene Experten als Ratgeber heranziehen, vorzeitig eine Datenarchitektur planen und viele andere Hinweise beachten. Es bringt zudem Vorteile mit sich über Themen wie Lean Startup, agile Methoden und weitere nutzerorientierte Ansätze informiert zu sein.

Wir bedanken uns bei Dir für das Interview und wünsche Dir viel weiterhin viel Erfolg auf Deinem Weg!

Zusammenfassung
Artikel
Ich wollte etwas schaffen - eine Gründerstory
Beschreibung
Michael Seibold - Gründer und Geschäftsführer der Trading EU GmbH im Interview ★ Unsere neue Start-Up-Reihe bei Youngspeech ★ DEIN KULTURMAGAZIN
Autor
Magazin
Youngspeech Media

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