Ingo Naumann von Couch & Guests jetzt beim MDR – Ein Interview

„Lokale Helden gibt es überall – auch in Sachsen-Anhalt“ lautet das Motto der neuen MDR-Rubrik Querformat, die ab Sonntag erstmals im Rahmen von Sachsen-Anhalt heute ausgestrahlt wird. Ingo Naumann stößt dabei auf außergewöhnliche Menschen. Youngspeech sprach mit ihm darüber.

Text: Dominik Grittner   Fotos: MDR – Peter Heller

Magdeburg| Ingo, was kann sich der Zuschauer konkret unter Querformat vorstellen?

In Querformat erzählen wir Geschichten von interessanten Personen, die in irgendeiner Art und Weise etwas Besonderes ausmacht. Wir gehen in die Tiefe – ich erlebe die Geschichte mit, stehe nicht passiv daneben, sondern tauche aktiv mit ein. Ich stelle Menschen aus dem Sport, der Mode, der Musik, der Politik oder der Technik vor.

Wir kennen dich von Couch & Guests als jemanden, der kein Problem damit hat, sich auch mal selbst auf den Arm zu nehmen. Du hast einen Boxkampf bestritten, hast dich als Michme verkleidet und bist durch die Straßenbahn getanzt…

Wie kommst du denn darauf? Das war nicht ich. Das war wirklich Michme.

Okay, meine Frage: Wird es bei Querformat Vergleichbares geben?

Ja, wenn es notwendig ist verkleide ich mich schon, wie zum Beispiel als Cosplayer aus der Manga-Szene. Von denen lasse ich mich in ein Kostüm kleiden und gehe mit ihnen Eislaufen. Oder ich zieh mir das Fußball-Trikot vom TSV Bregenstedt über, um an einem offiziellen Punktspiel teilzunehmen, obwohl ich das letzte Mal Fußball vor 14 Jahren gespielt habe. Dabei bleib ich natürlich ich, weil ich weder Schauspieler bin, noch irgendjemanden versuche nachzumachen.

Bei Couch & Guests interviewst du bekannte Persönlichkeiten aus dem Raum Magdeburg, baust die Sendung um den Gast auf, alles in humorvoller Atmosphäre. Was ist bei Querformat anders?

Querformat hat nur etwa 4 ½ Minuten in denen wir unsere Geschichte erzählen. Es ist keine Talk-Sendung. In den Einspielern von Querformat stelle ich Fragen an den Protagonisten und erlebe dabei einen Ausschnitt seines Lebens mit. Ich bin also ständig vor Ort und es gibt keine Couch, auf die ich mich mit der Person danach setze. Aber humorvoll geht es in dem neuen Format natürlich auch zu.

Neben Musikern und Extremsportler triffst du auch Antifa oder Graffiti-Sprayer. Ist es nicht schwierig, solch „extremere“ Typen für eine Sendung zu überzeugen?

Klar, das ist konzeptionell so angedacht. Wir müssen erstmal an die Personen ran kommen, was natürlich nicht so einfach ist. Zum Glück gibt es beim MDR da ein kleines Team, mit dem wir Recherche-Arbeit erledigen und im Vorfeld mit den Leuten entsprechende Gespräche führen. Nicht jeder, der aus der extremen Szene kommt oder skurril ist, will auch vor der Kamera gesehen werden. Man muss die Leute dementsprechend sensibilisieren bzw. für das Projekt gewinnen.

Couch and Guests Wo liegen die Unterschiede zwischen der Arbeit beim unieigenen Sender und dem MDR? Hast du beim MDR mehr Möglichkeiten, dich auszutoben, oder eher weniger?

So groß sind die Unterschiede gar nicht. Das eine ist eben groß, das andere klein. Wir kochen ja alle nur mit Wasser. Das Landesfunkhaus Magdeburg hat natürlich gefühlte 500 Mitarbeiter mehr als unser Team von Couch & Guests. Da ich bei Couch & Guests mehr die kreative Arbeit stemme und auch in die Organisation stark eingebunden bin, bedeutet das dort natürlich mehr Arbeit. Trotzdem bestimme ich beim MDR mit, was für Themen behandelt werden. Immerhin bin ich auch der Presenter, der die vorgestellte Szene miterlebt.

Andersherum gefragt: Was bringt ein Ingo Naumann für den MDR mit?

Zeit und entsprechendes Engagement. Und an schönen Tagen auch mal eine Handvoll guter Ideen.

Du bist Master-Student der Medienbildung an der OVGU, machst Couch & Guests, ab Sonntag läuft deine Sendung beim MDR. Sind das nicht eine Menge Projekte?

Ja, sind es. Was auch noch dazu kommt sind derzeit Musikproduktionen im Tonstudio, die ich noch für andere Projekte gestalte. Aber solange es Spaß macht ist die Welt völlig in Ordnung.

Hört sich nach wenig Schlaf an…

Ja, hin und wieder ist es so. Aber ich gönne mir gelegentlich auch Ruhephasen in denen ich das mache, was andere auch machen, wie z.B. reiten, schwimmen, lesen.

Übrigens ist Ingo Naumann am Samstag, 19.00 Uhr, im Talk bei MDR Sachsen-Anhalt heute.

Querformat im Rahmen von Sachsen-Anhalt heute, MDR, Sonntag, 19.00 Uhr



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