Was bedeutet exotisch? – Eine Fotoausstellung sucht Antworten

Auf die Suche nach persönlichen Einblicken in den Alltag exotischer Kulturen nehmen uns Kathrin Königl und Rolf Brändle mit. Indien und Kambodscha – fotografische Erinnerungen aus diesen fernen Ländern zeigt ihre Ausstellung, die noch bis zum 04. Dezember im Moritzhof stattfindet..

Rock im Stadtpark Text: Jo Volkwein Foto: Kathrin Königl

Magdeburg| Im Februar 2011 begab sich der Industriedesign-Student auf seine zweimonatige Reise durch Kambodscha. Im März brach Kathrin Königl auf, vier Monate lang Indien zu entdecken. Beide konnten, während ihrer Zeit in der Ferne, eine tiefe Nähe zur Bevölkerung aufbauen und haben diese intimen Einblicke auf Fotos mit nach Deutschland gebracht. Mit ihrer Ausstellung möchten sie das dort erlangte Kulturverständnis weitergeben: Was verbirgt sich hinter dem, was uns exotisch scheint? Wie wächst ein Kind in den verschiedenen Teilen Asiens auf? Was bedeuten Religionen? Und was empfinden die Menschen dort als Glück? Das sind nur einige der Fragen, die sie sich während ihrer Aufenthalte stellten. „Wir sind zwar unabhängig voneinander gereist“, erklärt Brändle, „haben jedoch beide versucht, auf die Menschen in den zwei Ländern einzugehen, ihre Kultur kennenzulernen und Bilder festzuhalten, die ästhetisch sind, aber eben mehr als nur das Exotische dieser Länder zeigen.“ Die Fotografien zeigen ihre persönlichen Eindrücke aus diesen fremden Kulturen, ohne dass die Fotografen den Anspruch erheben, die Antworten auf alle ihre Fragen gefunden zu haben.

Kinderarbeit, Kultur, Arbeit, Mensch und Tier, Familie und Kontraste – unter diesen Kategorien zeigen die Fotografen nicht nur heitere Bilder in ihrer Ausstellung. So erwarten den Betrachter auch Abbildungen der einfachsten Verhältnisse, in denen viele Menschen dort leben. Die Bilder sollen vor allem auch auf Missstände in diesen beiden Ländern hinweisen: soziale Ungerechtigkeit, Kinderarbeit, ein durch die Kasten und die verschiedenen Religionen vorbestimmtes Leben – und dennoch durchziehen fröhliche Motive und bunte Farben die Ausstellung wie ein roter Faden. „Den Titel der Ausstellung haben wir bewusst gewählt. Ein Dort impliziert auch ein Hier. Damit möchten wir zur Reflexion einladen, ohne zu dramatisieren, aber auch ohne zu beschönigen“, so Königl. Die Fotografien erzählen Geschichten aus dem Alltag anderer Kulturen und zeugen vor allem von einem: der Herzlichkeit und Gastfreundschaft der Menschen, die Brändle und Königl auf ihren Reisen kennen und sehr schätzen gelernt haben.

Mit den beeindruckenden Fotos hielt die Würzburgerin diesen Sommer bereits eine kleine Ausstellung in Spanien ab, darüber hinaus konnte sie sich erfolgreich in einem Fotowettbewerb von National Geographic Online beweisen. Einige der fotografischen Eindrücke von Rolf Brändle wurden schon im v-mag veröffentlicht, einem Magazin über den Nachwuchs von Kunst und Fotografie. Nun nehmen die beiden ambitionierten Fotografen uns mit auf eine Reise in exotische Länder und lassen die Besucher durch ihre authentischen Fotografien in ihre Erinnerungen eintauchen.

Die Vernissage am 17. Oktober war schon ein großer Erfolg, für die beiden Künstler ist die Ausstellung eine Erfahrung, die sie nicht missen möchten. „Wir hoffen natürlich, dass sich noch viele Besucher die Ausstellung ansehen, und freuen uns über jedes Feedback“, schließt Brändle ab. Unterstützt vom Studentenrat, sowie den Fachschaftsräten IWID und KuM der Hochschule Magdeburg-Stendal, gibt die Ausstellung noch bis zum 04. Dezember in der HofGalerie und im HofCafé einen Einblick in die Erfahrungen, die Brändle und Königl in Kambodscha und Indien gemacht haben.

Kontakt, weitere Informationen und Verkauf der Bilder unter

KathrinKoenigl.de


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