Eine Premiere flattert ins Opernhaus – „Madame Butterfly“

Wer schon einmal verliebt war, kennt sie, die zwei Seiten des bittersüßen Gefühls – man bewegt sich zwischen einem puren Glücksempfinden und spürt gleichzeitig einen atemraubenden Schmerz. Wie sehr man doch an der Liebe zerbrechen kann, zeigt eindrucksvoll die Geschichte der Madame Butterfly.

Pink FloydText: Laura Kapitza   Fotos: Andreas Lander

Magdeburg| Während seines Aufenthalts in Japan heiratet der amerikanische Leutnant Pinkerton (Iago Ramos) die zarte Geisha Cio-Cio-San (Hye Won Nam) – Madame Butterfly. In der Hoffnung, ihre große Liebe gefunden zu haben, entscheidet sie sich für Leutnant Pinkerton und verliert damit ihre Familie. Doch ist Cio-Cio-San für Pinkerton nur ein Zeitvertreibt, träumt er doch viel mehr von einem Leben mit einer hübschen Amerikanerin an seiner Seite.

Es kommt, wie es kommen muss: Pinkerton entscheidet in sein Heimatland zurück zu kehren und lässt Cio-Cio-San allein. In seiner Abwesenheit gebärt Cio-Cio-San einen Sohn, Pinkertons Sohn. Drei Jahre vergehen, bis Cio-Cio-Sans Leben eine erneute Wendung nimmt: Geplagt von Sehnsucht kehrt ihr vermeintlicher Geliebter mit seiner neuen Ehefrau zurück nach Japan, um seinen Sohn zu holen. Getrieben von Enttäuschung, Schmerz und Ausweglosigkeit entschließt sich Butterfly für den Tod.

In drei Akten inszenierte Regisseurin Olivia Fuchs eine mitreißende und konfliktreiche Tragödie. Madame Butterfly erfährt als Verkörperung der Zwiespältigkeit die Höhen und Tiefen der Liebe: Als junges Mädchen, berauscht durch das Gefühl einer puren Glückseligkeit und zerbrochen an der Trennung, findet sie nur noch im Selbstmord die Lösung. Scheint die Geschichte schon bedrückend genug, so ist es umso grotesker, dass die Inszenierung in der Zeit spielt, in der sich Japan und USA in einer tiefen Krise befanden – in Nebenschauspielplatz, durch den die Liebesgeschichte eine Tragik erfährt, die jeden Zuschauer und jede Zuschauerin fesselt.

Auf eine beeindruckende Art spielt Hye Won Nam die liebreizende und zugleich naive Madame Butterfly. Mit ihrer kraftvollen Stimme und ihren feinen Bewegungen gleicht sie einem zerbrechlichen Schmetterling, der sich fest an seine Liebe klammert, um weiter zu leben zu können.

Im Bühnenbild, das komplett in Weiß gehalten ist, findet die Persönlichkeit der Madame Butterfly durch die Benutzung von klaren Formen und leichten, durchsichtigen Materialien ihren Ausdruck. Durch die Lichtspiele kehrt sich die Gefühlswelt der jungen Japanerin nach außen und man ertappte sich selbst dabei, den Schmerz der Cio-Cio-San mit zu spüren.

Madame Butterfly ist der Beweis dafür, dass eine Oper auf eine wunderbare Art und Weise die Geschichte einer schmerzvollen Liebe erzählen kann. Sie fesselt den Zuschauer mit seinen ganzen Empfindungen und ergreift ihn auch über die Vorstellung hinaus. Das Stück ist besonders für junge Leute, für Verliebte, die weiterhin an die große Liebe glauben oder die selber einst, wie ein Schmetterling, an der Liebe zerbrachen.


 


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1 Response

  1. 2. Februar 2012

    […] Magdeburg. Während seines Aufenthalts in Japan heiratet der amerikanische Leutnant Pinkerton (Iago Ramos) die zarte Geisha Cio-Cio-San (Hye Won Nam) – Madame Butterfly. In der Hoffnung, ihre große Liebe gefunden zu haben, entscheidet sie sich für Leutnant Pinkerton und verliert damit ihre Familie. Doch ist Cio-Cio-San für Pinkerton nur ein Zeitvertreibt, träumt er doch viel mehr von einem Leben mit einer hübschen Amerikanerin an seiner Seite. (weiterlesen …) […]

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