Und der Stadtpark bebte

Wieder einmal strömten die Massen über Magdeburgs Sternbrücke: Hammerakts wie Wir sind Helden, Jennifer Rostock und Bosse warteten darauf, eine ordentliche Party zu feiern.

Rock im StadtparkText: Dominik Grittner, Fotos: Christian Geipel, Maria Urban

Magdeburg| Der Andrang am Freitag war so riesig, dass selbst die Organisatoren staunten. So gab es einen kleinen Engpass bei den Festivalbändchen, der aber behoben werden konnte. Das Warten hat sich gelohnt, denn sogleich eröffneten MANDY LANE, Siegerband des Warm-Up-Contests in Braunschweig. Die ersten Besucher tanzten zu den catchy Melodien und dem einnehmenden Gesang der Rockröhre Mandy. Gleich danach spielten EMPTY GUNS ihre Songs voller erfrischender Ideale. „Die Welt zu retten ist nicht grundverkehrt“ sang Frontmann Sören und tanzte dazu quer über die Bühne. Die Band begeisterte mit ihren sozialkritischen Texten, verpackt in seichten Indie-Pop-Melodien.
HARTHOF zeigten eine rüpelhaftere Gangart. So wurde auf der Bühne gerülpst und das Publikum zum Abgehen angestachelt. Die Berliner hatten sichtlich Spaß und verbreiteten Partylaune.

Als BAKKUSHAN im Anschluss „Baby du siehst gut aus, ich will dich tanzen sehen“ aus den Boxen dröhnen ließen, eskalierte der Stadtpark völlig. Die Besucher sprangen auf und ab, der Boden bebte. Kein Wunder, bei solch einem energiereichen Auftritt.
BOSSE zeigte eine intensive Performance mit viel Gefühl. Man spürte, wie die Texte dem Publikum aus dem Herzen sprach, denn es wurde fleißig mitgesungen. „Liebe ist leise“, heißt es in einem der Texte des sympathischen Braunschweigers. Wenn man dieses Konzert als Beispiel nimmt, ist die Aussage falsch: Liebe ist laut!

Von der abendlichen Melancholie zur wilden Feierei: JENNIFER ROSTOCK stolziert mit Bier über die Bühne und bietet eine harte Rockshow dar, zu der die Festivalbesucher kräftig ihre Matte schüttelten. Der Headliner sorgte für eine ausgelassene Feierei, holte Fans auf die Bühne und stieß mit dem Publikum an. Quittiert wurde der elektrisierende Auftritt mit BHs, die auf die Bühne geworfen wurden, sowie lautstarken Jubel. So muss ein Festivalauftakt aussehen.

Mit Temperaturen von fast 30 Grad startete Rock im Stadtpark in den Samstag. Die Gewinner des Wettbewerbs vom Magdeburger Warm-Up, THE APE ESCAPE und IN MY DAYS zeigten, was die hiesige Region an Talenten zu bieten hat. Besonders letztere wussten mit tragenden Indie-Pop-Melodien zu beeindruckten. HERRENMAGAZIN rockten die Bühne mit unbeschwerten Melodien und kopflastigen Texten. Bei gleißender Hitze tanzten sich die Besucher immer mehr in Ekstase, denn die Ska-Kapelle THE SKATOONS boten die perfekte Musik dazu. Mit Trompeten, verzerrten Gitarren und Songs mit dem Titel „Kotzen“ verbreitete sich schnell die geliebte Festivaleuphorie.
Eine sexy Show führte FRIDA GOLD auf, denn die Sängerin präsentierte sich im knappen Lady-Gaga-Outift und bewegte sich lasziv zu ihren hypnotisierenden Pop-Songs. Besonders die Radiohits „Wovon sollen wir träumen“ und „Zeig mir wie du tanzt“ wurden frenetisch gefeiert.

Rock im Stadtpark

Zum Tanzen wie auf dem Dancefloor verführte die Partyperformance der Hamburger SAY OKAY, die ununterbrochen das Publikum in ihr Programm einbezogen. Die eingängigen Melodien wussten zu gefallen, die quietschbunte Show brachte die Masse zum Schwitzen. Da kam eine kurze Umbaupause gerade recht, denn ITCHY POOPZKID lieferten anschließend eine erstklassige Rockshow. Kein Wunder, denn man spürt den Punkrockern nicht nur die Freude am Spielen, sondern ebenso die jahrelange Bühnenerfahrung an. Das Trio hat das Publikum sofort mit „Why still bother“ im Griff, Showeinlagen wie ein Riff auf dem Gitarrenkoffer, der vom Publikum gehalten wird, sind kein Problem. Unglaublich. Bei WIRTZ ging es mit kompromisslosen Deutschrock weiter. Die politischen Texte untermalt mit ambitionierten Klängen zogen die Fans in den Bann.

Danach das große Finale: WIR SIND HELDEN gehörte wohl zu dem am meisten erwartetsten Act, denn die vier Wahlberliner wurden mit Sprechchören empfangen. Die Erwartungen sollten nicht enttäuscht werden, denn das Quartett beeindruckte nicht nur mit einer formidablen Darbietung ihrer berühmten Hits, sondern vor allem mit musikalischer Raffinesse wie das spontane Einbauen von Coversongs und Interaktionen mit dem begeisterten Besuchern. Zum Finale hallten die Töne von „Denkmal“ durch den Stadtpark, bei dem das Publikum lautstark den Refrain sang.

Damit endete ein wahnsinnig tolles Rock im Stadtpark viel zu schnell. Wir hoffen, die tollen Bands und die grandiose Atmosphäre bleiben euch mindestens genauso lange im Gedächtnis wie uns. Und bis nächstes Jahr ist es ja auch nicht mehr soooo lang.

 


 

 


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