James Bay auf dem Tollwood – Mehr als Kuschelrock

Am Mittwochabend begann nun endlich das allsommerliche Tollwood-Festival und ich denke, die Veranstalter hätten sich keinen besseren Opener als den britischen Sänger und Songwriter James Bay heraussuchen können! Mit seinen Hits und seiner unnachahmlichen Art verzauberte er auch den letzten Festivalbesucher in der hintersten Reihe des großen Musikzeltes.

Text & Fotos: Andreas Lilienthal

Im Vorfeld berichteten die Medien vom britischen Kuschelrocksänger, der die Herzen der Frauen mit seiner Musik im Sturm erobert. Doch ehrlich gesagt, konnte ich diese landläufige Meinung noch nie verstehen. Sobald ein Rocksänger einmal leisere und gefühlvollere Töne anschlägt, soll er gleich die personifizierte Kuschelrockikone sein.

Gott sei Dank hat er am Mittwoch wohl auch den letzten Kritikern gezeigt, dass ein James Bay sich mit jeder einzelnen Faser seines musikalischen Könnens allen Facetten der Rockmusik verschrieben hat. Obwohl sich viele Pärchen, sicherlich angelockt von den schmusigen Melodien und romantischen Texten, im Festzelt des Tollwoods tummelten, ließ es der Mann mit dem Hut so richtig krachen.

Ohne große dramaturgische Einlage betrat der Musiker die Bühne und feuerte mit seinem Rocksong »Collide« gleich eine ordentliche E-Gitarrensalve ab. Natürlich durften seine Markenzeichen, der breitkrempige Hut, seine langen Zottelhaare und natürlich seine Lederjacke nicht fehlen. Ich habe einmal gelesen, dass James Bay vor seiner großen Karriere als Barkeeper arbeitete und Cocktails mixte. Und ich gestehe: Bei dem möchte ich nach einem harten Abend meinen Whiskey bestellen und über die Welt von Jimi Hendrix und The Who diskutieren.

Dem Zuschauer wurde an diesem Abend in keiner Sekunde langweilig!

Wie auch, langsame Lieder mischten sich temporeichen Parts und mittendrin kratzige und einzigartige Gitarrensolos. Selbst die anfangs verschmusten Paare warfen jegliche Intimität beiseite und legten eine ordentliche Sohle aufs Parkett bzw. den Boden des Festivalzeltes.

Das Bay etwas von seinem Handwerk versteht und immer den richtigen musikalischen Moment abpassen kann, zeigt, dass er während des Konzerts dreimal zwischen Akustik und E-Gitarre wechselte. Das Publikum war jederzeit voll bei ihm und vor allem die weiblichen Fans sangen bei »Hold Back The River« jede Zeile voller Inbrunst mit!

Mit faszinierte vor allem seine straighte Art. Viel Musik und wenig Gerede. So war es auch nicht verwunderlich, dass das aufgeheizte Publikum auch nicht lange auf die geforderte Zugabe warten musste.

Doch nun möchte ich noch ein Wort zur Vorband Joseph verlieren: Trotz der gewaltigen Hitze und dem Trubel des gesamten Tollwoods außerhalb des Zeltes schafften die drei jungen Frauen, das bereits angesammelte Publikum auf ihre Seite zu ziehen und eine Kostprobe ihres Könnens abzugeben. Insgesamt klingen sie für mich leider noch ein bisschen zu austauschbar. Doch ich bin gespannt, wie sie sich in diesem Festivalsommer schlagen werden und werde den Werdegang weiter beobachten.

Wir freuen uns jedenfalls schon auf die kommenden Tollwood-Highlights und einen mehr als musikalischen Sommer in der Isarmetropole.

:: Mehr Informationen unter https://www.tollwood.de

 

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James Bay auf dem Tollwood – Mehr als Kuschelrock
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James Bay auf dem Tollwood-Festival in München★ Wir waren beim exklusiven Deutschland-Konzert am 29.06.2016 ★ DEIN KULTURMAGAZIN
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