„Magdeburg, ich habe dich immer gemocht!“

Kettcar, eine Band, die sich vom Publikum mitreißen lässt. Das alte AMO-Gebäude wurde Schauplatz eines fantastischen Konzerts, Kettcar und Torpus & the Art Directors gaben alles und die Fans waren begeistert.

FrankensteinText: Jenn Rudloff   Fotos: Christian Geipel

Magdeburg| Der große Saal des AMOs ist erst spärlich gefüllt, es ist stickig und das Licht schimmert sanft von der Stuckdecke. Die Hintergrundmusik verstummt und eine Truppe aus fünf Leuten betritt die Bühne, Torpus & The Art Directors. In Alternativ-Holzfäller-Outfits, mit zerzausten Haaren und lässigen Drei-Tage-Bärten, machen die Jungs aus Hamburg eine Musik, die eine geniale und erstaunlich gut mitreißende Mischung aus Mumford and Sons und Countrymusik ist. Es ist eine Vorband, bei der man sich mal nicht wünscht, dass sie doch bitte endlich die Bühne verlassen, damit der Star des Abends endlich Platz hat. Unter tosendem Applaus verlassen sie leider doch irgendwann die Bühne und der Umbau beginnt.

Rote Perserteppiche bedecken den Bühnenboden, der Raum füllt sich immer mehr mit Menschen und deren Vorfreude. Kurz nach 21 Uhr ist es soweit, das Licht geht aus, die ersten Akkorde des Openers des Albums eröffnen auch das Konzert. Sie wirken kein bisschen aufgeregt und doch sind sie es, denn ein wenig Anspannung gehört immer dazu, meint Erik Langer, der Gitarrist der Band, mit dem ich einen Tag vor dem Konzert sprach. „Jedes Publikum ist anders und das ist gerade das Spannende und bei neuen Liedern ist man immer nochmal ein bisschen mehr aufgeregt.“ Sie sind gut drauf und locker und das, obwohl das Tourleben straff durchorganisiert ist und man sich bei so viel Nähe schnell auf die Nerven gehen kann, aber die Freude und Begeisterung der Fans lässt all das schnell vergessen.

Neben vielen neuen Songs spielen sie natürlich auch alte Lieder, die jeder Besucher textsicher mitsingt. Von Erik wollte ich wissen, ob man die alten Stücke, die man nun schon über viele Jahre hinweg immer wieder aufführt, irgendwann nicht mehr hören und spielen will. Er gibt zu, dass sie diese im Studio nicht mehr üben, da sei man etwas „faul“ geworden, aber auf Konzerten reißt einen die Stimmung der Leute so mit, dass man auch die Klassiker gerne zum Besten gibt.

FrankensteinFür ihn wäre es das Peinlichste, wenn er etwas ins Mikro sagt und dieses dann nicht funktioniert. An diesem Abend ging für ihn alles glatt, aber Marcus Wiebusch hatte ein bisschen Pech. „Wir waren jetzt schon sechs Mal in Magdeburg und den folgenden Song haben wir jedes Mal gespielt und deswegen spielen wir ihn heute Abend auch: Balkon gegenüber.“ Mitten in der ersten Strophe vergisst der riesige Sänger ein Stück vom Text. Marcus, die Band und das ganze Publikum lachen und schon ist er wieder in der Strophe. Die Leute sind warm geworden, es wird gesungen und getanzt, die Stimmung ist atemberaubend und das AMO bebt.

Marcus kann es kaum fassen und bekundet seine Liebe: „Magdeburg ich habe dich immer gemocht…..das muss wohl am Fluss liegen!“ Die unglaublich gute Atmosphäre wird genutzt, Stockhausen, Bill Gates und ich, Wiebusch setzt aus mit dem Singen und die Fans übernehmen. Kettcar bedanken sich beim Publikum und verlassen die Bühne, allerdings nur für kurze Zeit. Zwei Zugaben werden gespielt und der allerletzte Song Landungsbrücken raus ist ein gelungener Abgang.



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1 Response

  1. 10. Dezember 2013

    […] so das Berlin-Potsdamer Quartett Krogmann. Musikalisch fest eingefasst im Deutschen Pop-Rock ala Kettcar, Tomte oder Kid Kopphausen und Themen voller Melancholie mit Texten über Herz- und Weltschmerz […]

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