Rocken am Brocken 2014 – Musikalische Träume in gewohnter Manier

Bereits zum achten Mal begangen Goethes Erben das ganz besondere Festivalerlebnis in Elend bei Sorge.

RaBText: Maria Urban | Fotos: Maria Urban

Donnerstag

Wir erklommen die steile Straße zur Gieseckenbleek-Wiese, denn unser alljährliches Ziel führte uns zum Rocken am Brocken. Wir, die Minidorf-Bewohner, waren bereits Donnerstagmittag aufgebrochen, um uns die volle Dröhnung RaB 2014 zu gönnen. Überrascht, dass das die Festivalwiese schon zum Bersten gefüllt war, machten wir uns auf der Suche nach dem letzten Platz an der Sonne.

Auf der Suche nach dem perfekten Platz für unser zukünftiges Minidorf begegneten wir den ersten bekannten Gesichtern. Nach längerer Suche und einem wahren Aufbaumarathon stand einige Stunden später endlich unser Lager für die nächsten Tage. Bei einem Stück Festival-Kuchen genossen wir nun auch die Schönheit der Harzer Berg- und Waldlandschaft die uns jedes Jahr begrüßt. Nach der kurzen Verschnaufpause wurden die üblichen Pläne besprochen.

Welche Bands will man sehen, ab wann geht es ins nahegelegene Freibad zum Abkühlen und wollen wir uns in diesem Jahr endlich einmal die Blöße geben und unsere Unsportlichkeit in aller Öffentlichkeit beim RaB-Volleyball- und Fußball-Turnier zur Schau stellen? Ich kann vorweg nehmen: Nein, wollten wir dann anscheinend doch nicht. Neu in diesem Jahr war eine geführte Wanderung mit einem ansässigen Ranger, wobei an verschiedenen Stationen Künstler ihr musikalisches Talent darboten.

Wir drehten eine erste kleine Runde über das Festival Gelände, die Notfall Versorgung vor Ort wollte ja geklärt sein. Auch dieses Jahr gab es wieder viele unterschiedliche Leckereien für Fleisch- und Pflanzenliebhaber. Vom Premium-Steak bis zum Crêpe war wieder alles dabei. Ab 17 Uhr wurde durch die Klänge von Kanit das Festival offiziell eröffnet. Unser Favorit für diesen Abend hieß jedoch Go Go Berlin. Es war ein Traum! Gute Musik, tolle Menschen und eine absolut gigantische Stimmung. Unsere dänischen Freunde gaben alles, um uns zu erfreuen. Nach dem ersten Crêpe ging es auch schon weiter mit Exclusive. Schöner Elektropop zum Abzappeln. Für mich ging der erste Tag entspannt und gesellig in unserem beschaulichen Minidorf zu Ende.

Freitag

Geweckt von der Wärme im Zelt, Hunger und den ersten musikalischen Klängen starteten wir in den zweiten Tag. Da der Wettergott ein Einsehen mit uns hatte, strahlte die Sonne den gesamten Tag. Also lautete unsere Devise: Pack die Badehose ein! Ab ins Elender Freibad. Die Besitzer des Freibads empfingen uns wie in jedem Jahr mit großer Freude. Wir fanden schnell einen Platz zur Entspannung. Wir genossen das herrlich kühle Wasser, die pralle Sonne und das Gefühl der Zufriedenheit vor einem neuen aufregenden Abend voller Musik, Tanz und Ekstase.

Den musikalischen Anfang machten die jung gebliebenen Herren von Blocksperga aus Wernigerode. Von ruhigen bis harten Mittelalter-Folkrock Klängen ermutigt, tanzten die ersten Festival Besucher bereits ausgelassen zur frühen Stunde. Mein erstes kleines Highlight an diesem Tag waren die Magdeburger Jungs von Screw FM. Ein junge aufstrebende Band, die wir sicherlich nicht zum letzten Mal auf der großen Bühne gesehen haben. Da Balthazar erst später spielten, gab es genügend Zeit um sich wieder dem Festival-Alltag zu widmen.

Auf unserem Weg zwischen Festivalgelände und unserem Minidorf trafen wir neue und alte Gesichter und entdeckten so mancherlei lustige Gestalten. Es kam der Abend und wir sprangen, hüpften, tanzten und schrien wie kleine Schulmädchen zu Balthazar. Ausgelassene Stimmung auf dem kompletten Festival Gelände versüßte uns den Abend. Gerade als wir dachten, der Abend können nicht mehr gekrönt werden, betrat Käptn Peng die Bühne und verzauberte uns mit musikalisch intellektuellen Ergüssen par excellence.

RaBSamstag

Der letzte Tag stand ganz im Zeichen der Rocken am Brocken Familie. Bei der offiziellen RaB-Fragerunde wurde dem interessierten Besucher erklärt, dass das Rocken am Brocken nun endlich angekommen sei und in seiner jetzigen Form bestehen bleibe. Es soll weiterhin ein kleines aber feines Festival geboten werden und keine größeren Dimensionen annehmen.

Man möchte das Festival nicht unnötig finanziell gefährden, in dem man es einem kosmopolitischen Musikevent ausbaut. Die Entwicklung in der Branche in den letzten Jahren hat gezeigt, dass die Organisatoren mit dieser Einstellung genau den richtigen Weg verfolgen. Nach der Interessanten Diskussion gab es erst mal eine Stärkung zur Vorbereitung auf Triggerfinger und Frittenbude. Was soll man zu den beiden Bands noch sagen? Laut, rhythmisch, beeindruckend.

Leider wurde der Abend je unterbrochen von einem nicht enden wollenden Regenguss der Superlative. Bedingt durch nasse Kleidung erlebten wir den letzten Abend in feucht fröhlicher Runde auf dem, zum schlammgetränkten Ironman-Parcours mutierten Zeltplatz.

Sonntag

Ein letztes gemeinsames Frühstück und ein heißer Kaffee. Allgemeine Aufbruchsstimmung machte sich breit. Ein Moment den wir sehr gern nutzen, um die letzten Tage noch einmal Revue passieren zu lassen und das halbverwaiste Festivalgelände zu betrachten. Ein gelungenes Festival mit allen Höhen und Tiefen liegt hinter uns. Ein kleiner Moment der Trauer und des Wehmutes kommt auf.

Doch die Erkenntnis, dass wir an diesem Ort höchst wahrscheinlich noch viele Jahre zusammenkommen werden und noch viel mehr unbeschreibliche Erlebnisse teilen werden, lässt uns mit einem großem Lächeln den Heimweg antreten.

Es war ein unglaublich eindrucksvolles Wochenende und an dieser Stelle bleibt uns nur noch zu sagen: Danke Rocken am Brocken!

:: Mehr Infos zum Festival – www.rocken-am-brocken.de


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